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Lexikon der Shantysprache

A

  • Abmustern - das Arbeitsverhältnis an Bord beenden
  • Achterdeck - hinteres Deck, auf manchen Schiffen erhöht
  • Achtern - Die Schiffshälfte hinter/achter dem Großmast. Daher auch Achterschiff, Achterdeck, usw. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Ahoi - Anruf in Verbindung mit dem Namen eines Bootes/Schiffes, z.B. "Cormoran, ahoi!"; kein Gruß zwischen Seglern/Fahrensleuten
  • der Alte - siehe de "Ool"
  • Anheuern (siehe auch heuern) - nennt man das Anwerben und Aufnehmen von Besatzungsmitgliedern ("Crew"); Heuerstelle
  • Ankerkette (engl. chain; cable) - Kette, an dessen Ende der Anker befestigt ist
  • Anker lichten; anchors aweigh - den Anker lichten, um die Fahrt aufzunehmen und unter Segel zu gehen
  • Ankern - ist quasi das Parken von Schiffen in offenen Gewässern. Um ein Schiff im offenen Gewässer auf seiner "Parkposition" zu halten, wird ein Anker auf den Grund hinab gelassen.
  • Anker op Slip setten - die Ankerkette ganz ablassen, bis nichts mehr auf dem Spill ist. Der Begriff kommt vor in dem Shanty De "Hoffnung".
  • Ankerspill, das (engl. capstan; vertical windlass) - Vorrichtung mit senkrechter Antriebswelle zum Ankerlichten und zum Transport der Kette in den Kettenkasten. Auf den Segelschiffen wurde so ein Ankerspill als Gangspill betrieben, in dessen Kopf Spillspaken (Handspaken) gesteckt wurden, damit es die Crew im Rundlauf drehen konnte (siehe auch "capstan" und "Gangspill")
  • Ankerwinde, die (windlass) - Vorrichtung mit waagerechter Antriebswelle zum Ankerlichten, Hieven des Ankers, Einholen von Ankerkette und Ankertrosse. (siehe auch "Bratspill" und nkerspill" und "capstan")
  • Anluven - Das Schiff näher an den Wind bringen
  • anmustern - Vertrag für den Dienst an Bord abschließen
  • Arbeitsruf - "Haul away, boys, haul away."; "Haul the bowline, the bowline haul!"; "Way ay roll and go!"
  • Arftenjüch - niederdt.: Erbsenbrühe ("Arften gewt all Dag, un vörmiddags, middags un obens.")
  • asen - stürmisch werden. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Aufgeien - Aufholen eines Rahsegels
  • Ausguck - niederdt.: Utkiek; Bezeichnung für den Ort, von dem aus Ausschau nach anderen Schiffen oder Hindernissen oder Küsten gehalten wurde und auch Bezeichnung für den Seemann, der diesen Dienst versah.
  • Aussingen - Die Kommandos des Bootsmanns oder Steuermanns bei den Segelmanövern; sie ertönten stets laut und langgezogen über Deck. Auch das regelmäßige Melden der Posten, z.B. beim Loten, geschah auf gleiche sangesartige Weise, ebenso die Rufe beim jeweils halbstündigen Glasen: "Auf der Back ist alles wohl!", nachts um den Zusatz ergänzt: "Alle Lichter brennen!".

B

  • Baas, der - der Zuständige, der Meister, der Boss, z.B. der Timmerbaas (Zimmermannsbaas), Heuerbaas, derjenige der Seeleute anheuert oder vermittelt. Schlafbaas, Inhaber einer Seemannsherberge (boarding house), kaufte für die Seeleute Kleidung und anderes ein, wobei er sie meistens tüchtig übervorteilte. Für den Seemann war er der Prototyp eines Wucherers und Betrügers. Der Zimmerbaas ist der Meister im Zimmerer-Handwerk (siehe auch "Dead Horse").
  • Back, die (engl. forecastle) - Aufbau auf dem Vorschiff (Vorderteil von mittschiffs bis zum Bug), der von einer Bordwand zur anderen reicht und dessen Deck das Backdeck ist. Der Begriff kommt vor in dem Shanty De "Hoffnung".
  • Backbord (engl. port) - linke Schiffsseite und -wand von achtern (hinten) nach vorn zum Bug gesehen; rote Positionslaterne
  • "Backen und Banken" - Kommando zum Essen einnehmen
  • Backsongs - Lieder von der Heimreise. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • Bark, die (bark; barque) - ein Großsegler mit drei Masten, von denen die beiden vorderen, der Fockmast und der Großmast, mit Rahsegeln (Vierkantsegel an Rahen) getakelt sind, während der hintere Mast, der Besanmast, dreieckige Schratsegel trägt (Beispiel die "Gorch Fock"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Sailing, sailing".
  • Bars - Stangen am Ankerspill (Gangspill, capstan)
  • beggar - Kerl. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • below - unter Deck. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Besan, der - Letzter Mast auf einem Segler, sowie das untere, große Dreiecksegel des Besanmastes (siehe auch Bark)
  • "Besanschot an!" - gehört zweifelsohne zu den beliebtesten aller Kommandos auf einem Rahsegler, dem die Seeleute gern Folge leisteten. Nach sehr schweren, gefährlichen Arbeiten an Bord der Großsegler belohnte der Kapitän seine Mannschaft auf dem Achterdeck mit einem Glas Branntwein, z.B. zum Abschluß des Halsens (das Wechseln der Windseite bei achterlichem Wind, das immer mit einer Kursänderung verbunden ist). Dabei stellte sich die Mannschaft am Besanmast auf und sang "Besanschot an!".
  • Beschüten - Hartbrot oder Schiffszwieback, das oft schon mit Mehlwürmern durchsetzt war und deshalb manchmal "Beine kriegte"; das Brot wurde vor dem Verzehr so lange auf eine harte Unterlage geklopft, bis die Mehlwürmer sämtlich, oder wenigstens teilweise, herausgefallen waren. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "De Hamborger Veermaster".
  • Blackball Line - Eine Flotte von amerikanischen Paketschiffen, die zwischen 1816 und 1878 planmäßig zwischen New York, Boston, Philadelphia und Liverpool, London und Le Havre verkehrten. 1851 stieg ein Brite aus Liverpool in die Fahrt mit Paketschiffen ein. Trotz Proteste fuhr er unter der selben Flagge (schwarzer Ball auf rotem Untergrund) und unter dem selben Namen. So gab es 20 Jahre lang zwei miteinander konkurrierende Unternehmen mit dem Namen "Blackball Line". Das britische Unternehmen fuhr auch planmäßig zwischen England und Australien. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Blau - Zimmermann (siehe auch Timm'mann)
  • Blauer Peter (engl. Blue Peter) - Signalflagge "Papa" (blau mit innerem weißen Rechteck) des internationalen Flaggenalphabetes. Frühere Bedeutung, wenn sie im Hafen am Mast des Schiffes wehte: "Alle Mann an Bord zurückkehren! Fahrzeug will innrhalb der nächsten 24 Stunden in See gehen!"
  • Block - Rolle eines Flaschenzuges
  • Blower - Schläger. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • blubber whalin' - Speck vom Walfleisch. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • to board - einschiffen; Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Boarding house - vorübergehende Unterkunft zwecks Einschiffung durch den "boarding house master" (Schlafbaas und/oder Heuerbaas). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Boatswain, the - siehe unter "Bootsmann". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Bootsmann, der (engl. bosun, boatswain), auch de boo's, boos'n, bo'sun - Erfahrener Seemann. In der Handelsschifffahrt die Meisterposition (ähnlich Vorarbeiter; Polier) im seemännischen Lehrberuf des Matrosen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Bosun, the - siehe unter "Bootsmann". Der Begriff kommt vor in den Shantys "A handy ship", "Can't you dance the polka" und in dem Shanty "The Rosabella".
  • (to be) bound for (z.B. homeward bound) - auf der Reise nach ... sein; unterwegs nach ... Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Leaving of Liverpool".
  • Bowery girls - Die Bowery ist ein berüchtigter Bezirk und eine berüchtigte Straße in Manhattan, New York mit Slums und Bordellen. Die bowery girls sind also vergleichbar mit den Mädchen von St. Pauli. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Can't you dance the polka" und in dem Shanty "The Rosabella".
  • Bowline - siehe unter "laufender Palstek"
  • Brassen, die (engl. brace) - starke, mitunter armdicke Hanf- oder Sisaltaue, die über eine Talje (Umlenkrolle) von Deck zu den Enden der Rahen führen. Mit ihnen können die schweren, um den Mast herum schwerkbaren Rahen so gestellt werden, daß die Segel der Windrichtung entsprechend optimal angepaßt stehen oder auch nur, um den leisesten Windhauch bei einer Flaute in die Segel zu holen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Bratspill, das (ratchet windlass) - Ankerwinde mit einer waagerechten Welle ("Spindel")
  • Bratspill-Shantys (windlass-shanties) - sind wie Capstan- (Gangspill-) Shantys. Der Unterschied ergibt sich lediglich aus der technisch voneinander abweichenden Art der Winden (vertikale Achse = capstan; horizontale Achse = Bratspill (windlass).
  • Brigg, die - zweimastiger Großsegler, dessen Masten voll getakelt, d.h. nur mit Rahsegeln ausgerüstet sind.
  • Brücke - Der mittlere Aufbau eines Schiffes
  • Bucko - Prahlhans
  • Bucko roll - mit einem wiegenden Gang (Seemannsgang) wie ein Kraftprotz, brutaler Kerl, Schläger, Tyrann, (Kameraden-)Schinder. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Buddel, Buddl, Bottel - Flasche. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies" und in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story".
  • Büdelneiher (engl. sailsm') - der Segelmacher. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Bug, der - vorderster Bereich des Vorschiffes; das Gegenteil von Heck
  • Buleine, die; Bulin, die; Bolein (engl. bowline) - Leine an der jeweiligen Luvkante (die Seite, aus der der Wind bläst) bei einem Rahsegler, die zum vorlichen Mast führt und dazu dient, die Segelflächen optimal dem Wind auszusetzen.
  • bully good crew - "prima/verdammt" gute Mannschaft. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Santy Anno".
  •  Bunk - "Koje"; Schlafstelle. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".

C

  • cable - "Ankerkette". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • The Channel of Old England - der Englische Kanal. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".
  • Cap Horn - siehe unter "Kap Hoorn". Der Begriff kommt vor in den Shantys "Rolling home", "Santy Anno" und "The Rosabella".
  • Cap-Horniers - Internationale Vereinigung der heute alten, ehemaligen Kap Hoorn-Fahrer
  • Capstan (vertical windlass; Ankerspill) - Winde mit senkrechter Antriebswelle zum Ankerlichten und zum Transport der Kette in den Kettenkasten. Auf den Segelschiffen wurde so ein Ankerspill als Gangspill betrieben, in dessen Kopf Spillspaken (Handspaken) gesteckt wurden, damit es die Crew im Rundlauf drehen konnte (siehe auch Ankerspill und Gangspill). Bei diesem Rundgang von mehreren Leuten hintereinander wurden beim Hieven der Ankerkette Shantys gesungen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • Capstan-Shantys (Gangspill-Shantys) - Diese Shantys wurden bei der Betätigung des Ankerspills gesungen, wenn es galt, die Ankerkette mit dem Anker zu hieven oder zu fieren. Hierzu benötigte man den Gesang als unterstützenden Rhythmus über einen längeren Zeitraum hinweg für eine sehr schwere zu verrichtende Arbeit. Der Rhythmus wurde vorgegeben durch den vier- oder mehrzeiligen Wechselgesang zwischen dem Vorsänger und der eingesetzten Arbeitsgruppe (z.B. "De Hamborger Veermaster").
  • they chained him tight - sie legten ihn in Ketten. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".
  • Cherokee - Die Cherokee sind heute das größte Indianervolk Nordamerikas. Ihr Siedlungsgebiet war ursprünglich das Gebiet vom Ohio River bis in die heutigen US-Bundesstaaten Georgia und Alabama. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".
  • Chief mate - 1. Steuermann (der erste Maat) auf den Paketschiffen der amerikanischen Blackball-Line. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Chinese junk - chinesische Dschunke (chinesisches Segelschiff). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Chips - Zimmermann (Timm'mann). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Clipper ships - Der schnelle Typ eines Segelschiffes im 19. Jahrhundert, der ausschließlich auf hohe Geschwindigkeit ausgelegt war. Klipper erreichten Geschwindigkeiten von 14 - 20 Knoten und legten die Strecke von China nach England im sogenannten "Teerennen" ("Tea Race") in ca. 100 Tagen zurück. Klipper segelten zur Zeit des Goldrausches von der amerikanischen Ostküste rund um Kap Hoorn zur Westküste und umgekehrt. Sie verkehrten als "Teeklipper" im Chinahandel und als "Wollklipper" im Australienhandel. Sie fuhren in Konkurrenz mit der aufkommenden Dampfschifffahrt. Einer der berühmtesten Klipper war die "Cutty Sark", die jetzt im Museumsdock in Greenwick bei London liegt. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Blow ye winds" und "Santy Anno".
  • Crew - die gesamte Mannschaft/Besatzung an Bord. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".

D

  • Daddeldu - verballhornt aus dem Englischen: That will do! Ruf zum Zeichen, daß die Arbeit getan ist; alles in Ordnung; das genügt
  • Dalben - Pfahl (siehe auch Duckdalben)
  • a darkey's pay - der Lohn, den man einem Neger (Eingeborenen) zahlt. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Roll the cotton down" und "The yellow rose of Texas".
  • to Davy Jones - berühmter und berüchtigter Seeräuber, dessen Name zum Symbol für die alles verschlingende Tiefe des Meeres wurde. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Dead horse".
  • Dead Horse (Totes Pferd) - Zeremonien-Shanty; Bevor ein Seemann erstmals an Bord auf große Fahrt ging, war er in der Regel über beide Ohren verschuldet. Nachdem der Sailor häufig seine gesamte Barschaft für die zahlreichen Verlockungen einer Hafenstadt aufgebraucht hatte, war der "boarding house master" an Land (Schlaf- oder "Heuerbaas") oft seine letzte Rettung. Dieser nutzte die mißliche Lage des Seemanns in jeder Beziehung schonungslos aus. Für die Bezahlung der Unterkunft, seiner Zeche in der Kneipe, seiner oftmals minderwertigen Ausrüstung, aber auch für die Vermittlung des Matrosen an ein auslaufendes Schiff kassierte er in der Regel eine Monatsheuer von ihm. Kein Wunder, dass der "Boarding master" bei den Seeleuten nicht sonderlich beliebt war. Der Matrose hatte das Gefühl, anfangs an Bord wegen seiner Schulden umsonst arbeiten zu müssen, eben für ein wertloses totes Pferd (working out the dead horse). Einen Monat nach der Abfahrt des Schiffes endete die Zeit des "Toten Pferdes", da hatte er seinen Schuldenberg abgearbeitet. Das mußte gefeiert werden mit einer Zeremonie "The Dead Horse". Wichtigstes Utensil für die Feier war ein pferdeähnliches Gebilde, das die Mannschaft aus Holz, altem Segeltuch und anderem verzichtbaren Krempel auf hoher See bastelte. Mit diesem Gefährt wurde der Matrose unter Gesang und Jubelrufen über Deck gezogen, danach erfolgte eine Versteigerung des Pferdes, welches schließlich an einer Rah aufgeheißt, in Brand gesteckt und brennend der See übergeben wurde.
  • Deep water crew - eine Tiefwasser taugliche Mannschaft. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Rosabella".
  • Deep water ship - ein Tiefwasser taugliches Schiff. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Rosabella".
  • Dock, das (engl. dock, wharf) - Einrichtung für den Bau und die Reparatur von Schiffen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Can't you dance the polka".
  • Duckdalben - sind Pfähle oder eine Pfahlgruppe aus mindestens 3, oftmals 7 zur Mitte geneigten, starken Einzelpfählen, die in Ufernähe im Wasser stehen und zum Anlegen und Festmachen von Schiffen oder auch als Fenderwerke vor einer Kaimauer oder als Seezeichen dienen. Wahrscheinlich nach dem Herzog von Alba "Duc d' Albe" benannt.
  • duff - Hinterteil (Schinken). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".

E

  • Ebenezer - Name eines Segelschiffs. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer". Der Name ist hebräischen Ursprungs. Eben-Ezer bedeutet "Gedenkstein der Bewahrung Gottes" oder "Stein der Hilfe" ("Rock of help"). 1.Sam. 7,12. Die Tragweite dieses Namens wird deutlich in dem Ausspruch Samuels: "Bis hierher hat der Herr uns geholfen!"
  • Ende, das (engl. end, rope) - Bezeichnung eines abgepaßten Stückes Tauwerk vom Durchmesser einer Leine, dabei wird das letzte Stück auf beiden Seiten vom Ende Tampen genannt. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • "Enter auf!" - Kommando zum Setzen, Reffen oder Bergen von Segeln
  • entern (engl. to go aloft) - In der oder in die Takelage eines Segelschiffes klettern, nach oben auch "aufentern", nach unten auch "niederentern" genannt. Der Begriff kommt vor in dem "Gorch-Fock-Lied" und in dem Shanty "The Ebenezer".

F

  • Fall, das (engl. halyard) - Tau; ein Fasertauwerk oder Drahttauwerk zum Setzen eines Segels. Jedes Fall ist nach dem Segel benannt, das es bedient, z.B. Fockfall, Großmarsfall (siehe unter Großmast). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Fall-Shanty (long-drag-shanties) - Songs zum Segelsetzen und beim Heißen von Mars- und Bramrahen (siehe auch Halyard-Shanty). Ein typischer Song war das Shanty "So handy, my boys".
  • Fare well - Abschiedsgruß, "Lebe wohl!". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Leaving of Liverpool".
  • Fiddlers Green - "Spielmanns Ruh" (im Himmel)
  • Fieren - Herablassen oder Lockern von Tauen. Im Zusammenhang "Schoten fieren", d. h. man möchte die Segelstellung ändern, indem man das Segel etwas lockert und weiter aufgehen lässt. Ein Segel oder einen Anker o.ä. herunterlassen. Das Fieren kann Hand-über-Hand oder als gebremstes Fieren erfolgen und mechanisch zu stoppen sein. Das Gegenteil von fieren ist heißen oder hieven.
  • Fier weg - wird gerufen, wenn eine Last heruntergelassen werden soll
  • to fit you out - ausrüsten. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Flying-P-Liners - Segelschiffe der Hamburger Reederei F. Laeisz, die wegen ihrer Schnelligkeit auch den Namen "Fliegende Hamburger" erhielten.
  • a floating hell - eine schwimmende Hölle. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Leaving of Liverpool".
  • Fock - Unteres Segel am Vormast
  • Forecastle, fo'castle, fo'c'sle - Vorschiff
  • the days of Fortynine - 1849. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Santy Anno".
  • Freiwache, die (engl. watch below; off-watch; off-duty) - Freizeit zwischen abgelaufener und nächster Wache an Deck oder wachfreier Teil der Besatzung.

G

  • Gal; Gel - umgangssprachlich für Mädchen
  • Gale, the - Sturm. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Rolling Home" und "Sailing, sailing".
  • Galionsfigur - Figur, die am Vorbau des Schiffes angebracht ist.
  • Galley - "Kombüse"; Küche
  • Gangspill, das (engl. capstan) - Ein Spill (Ankerspill) mit vertikaler Achse, in dessen Spillkopf Spillspaken waagerecht eingesteckt werden. Diese dienen als Hebelarme zum Drehen der Winde durch die dazu im Kreis gehenden Seeleute. Bei diesem Rundgang von mehreren Leuten hintereinander wurden beim Hieven der Ankerkette Shantys gesungen.
  • Gangspill-Shantys (Capstan-Shantys) - siehe unter "Capstan-Shantys".
  • gap - Loch, Graben, Schlucht. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Hey, Sailor".
  • he gave them the slip - er entwischte ihnen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".
  • glad rags - "Sonntagsstaat" = Lumpen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Can't you dance the polka".
  • Glas - Der traditionelle Zeitmesser in der Segelschifffahrt war die Sanduhr, die so eingestellt wurde, daß der Sand aus dem oberen Glaskörper - durch die kegelartige Verengung in der Mitte - jeweils während einer halben Stunde ins untere Glas rieselte. Die Zeitspanne dafür wurde zum seemännischen Zeitmaß - ein Glas.
  • Glasen (engl. to strike the watch bell) - Anschlagen der Schiffsglocke nach Ablauf jeder halben Stunde mit einer ungeraden Schlagzahl und nach jeder vollen Stunde durch Doppelschläge. Jede Wache beginnt das Glasen mit 1 Glas (z.B. 08.30 Uhr) und endet mit 8 Glas (z.B. um 12.00 Uhr). Vier Doppelschläge bedeuteten "acht Glasen", das Ende einer vierstündigen Wache. Der Ablauf der Zeit wurde früher durch das Stundenglas gemessen, das alle halbe Stunde nach dem Glasen umgedreht wurde. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan". Siehe auch unter "Aussingen": "Auf der Back ist alles klar, die Laternen brennen!"
  • Grog - typisch norddeutsches Getränk, meist mit Rum, für kalte Tage. Der Begriff kommt vor in dem Song "Un denn segelt wi rund Kap Horn".
  • Groot, de - 1. Steuermann. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Großmast (engl. mainmast) - der große Hauptmast; Kommando: "Pull in't Grootmarsfall": "Zieht das Tau für die Marsrahen am Großmast". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Gut - alles Tauwerk der Takelage, unterteilt in "stehendes" und laufendes Gut. Siehe auch unter "Running gear" und unter "Takelage".

H

  • Halliard = Halyard (davon abgeleitet Halyard-Shanty) - Fall (Stück Tauwerk, das zum Hochziehen und Herablassen von Segeln benutzt wird). "... to settle halyards" = die Fall-Leinen wegfieren auch auffieren (das kontrollierte Loslassen bzw. Lockerlassen eines "Seils", einer Kette usw.)
  • Halyard-Shantys (auch Fall-Shantys oder Long-drag-shanties) - Diese Art Shantys wurden gesungen, wenn es galt, das Tau in langen, sich wiederholenden Zügen über einen längeren Zeitraum zu ziehen. Der Rhythmus wurde vorgegeben durch den vier- oder mehrzeiligen Wechselgesang zwischen dem Vorsänger und der eingesetzten Arbeitsgruppe (z.B. "Roll the cotton down"). Typische Tätigkeiten waren das Hochziehen oder Niederholen der Rahen mit den daran befestigten großer Segeln (siehe auch unter "Walk-away-shanty").
  • hands: call all hands - ruf alle verfügbaren Männer herbei. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • handy - handig (es geht leicht von der Hand, ist leicht zu handhaben). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • "Haul away!" - Ausruf der zu einem kurzen, kräftigen Zug (Pull) ausholenden Matrosen
  • Hauling song - Haul = ziehen, zerren, schleppen, treideln
  • Hawsepipe - Klüsloch = Loch in der Bordwand zur Durchführung der Ankerkette
  • heave - hieven, heben, hochziehen, ziehen, treiben. Der Begriff kommt vor in den Shantys "The drunken Sailor", "Rolling home" und "Santy Anno".
  • Heck, das - der hintere Teil eines Schiffes, das Gegenstück zum Bug
  • heele - ganze. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • "Heiß auf!" (engl. "Hoist!") - Kommando zum Heißen oder Hissen z.B. der Segel
  • Heissen, das - das Hochziehen von z.B. einer Flagge nur mit Hilfe von Blöcken
  • Heuer, die (engl. wages) - ist das Entgeld, der Arbeitslohn des Seemanns; zum Vorteil des Schiffseigners wurde die Heuer grundsätzlich erst am Ende der Reise ausgezahlt und die Matrosen zugleich aus ihrem zeitlich befristeten Arbeitverhältnis entlassen (abgemustert) (siehe auch "Dead Horse").
  • Heuerbaas - Arbeitsvermittler in der Seefahrt
  • heuern - Das Anwerben einer Besatzung ("Crew"); siehe auch "Baas"
  • Hieven (engl. heave away; hoist away) - Das Heben von Lasten mit Hilfe einer Winde, aber auch das Drücken am Ankerspill (Ankerwinde) zum Heben des Ankers; "Hiev rund das Spill!". Der Begriff kommt vor in den Shantys "Rolling Home" und "Santy Anno".
  • Hilo - Hilo town in Peru meint den peruanischen Salpeterhafen Ilo. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Johnny come back to Hilo".
  • Hissen der Segel - so nennt man das Hochziehen eines Segels. Ein anderes Wort dafür ist 'Setzen' ("wir setzen die Segel"). Das Gegenteil davon ist das 'Einholen'
  • Hitch - halber Schlag (einfacher Knoten)
  • Hoist up - siehe unter "Heiß auf!". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Sloop John B".
  • Holen (engl. to haul; to pull) - Das Ziehen z.B. eines Taus (pullweises Holen; Hand-über Hand-Holen)
  • Homeward bound-Shanty (Capstan-Shanty) - Song beim Ankerlichten und zur Heimreise
  • hosepipe - Schlauchleitung. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The drunken Sailor".
  • a hosier's pay - der Lohn, den ein Strumpfwarenhändler zahlt. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Lowlands".
  • Hulk - Bezeichnung für ein abgetakeltes altes Schiff, das im Hafen festgemacht ist und nun als Wohnschiff, Lagerraum oder als Werkstatt dient
  • Hundewache (engl. dog watch) - Zeiteinteilung der Wache an Bord; nach deutscher Terminologie die Mittelwache von 00:00 - 04:00 Uhr, auf die Nachtzeit bezogen, in der nur "die Hunde wachen", auch "Friedhofswache" genannt.

I

  • Inch - englisches Längenmaß für Zoll (1 inch = 2,54 cm). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Mingulay Boatsong".
  • Indian man - Indianer. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".

J

  • Janmaat, der (auch Jan Maat) - Scherzname für einen Berufsseemann auf Segelschiffen, für einen Matrosen, der vor dem Mast fährt. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Jantjes - holländische Bezeichnung für Matrosen nach einem Musical. Kurzform des Scherznamens für Seeleute: Jan Maat.
  • John; a Sailor-John; Johnny; Johnny-boy - Typ; Kerl; Bezeichnung für einen Seemann britischer Herkunft. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Can't you dance the polka", "Johnny come back to Hilo", Johnny-Johnny-John" , in "Lowlands" und in dem Shanty "John Cherokee".
  • jumpen - über Bord springen, das Schiff fluchtartig verlassen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".

K

  • Kap Hoorn (engl. Cape Horn) - angenommener südlichster Punkt von Amerika mit der Insel Hoorn; berüchtigtes, gefährliches Seegebiet. Die Region Kap Hoorn erstreckt sich vom 50. Breitengrad Süd im Atlantik bis zum 50. Breitengrad Süd im Pazifik (the roaring 50th). Um von der einen Seite zu der anderen zu kommen, mußten die Segelschiffe rund 1200 sm zurücklegen. Der Windjammer "Priwall" schaffte diese Strecke in einer Rekordzeit von 5 Tagen und 14 Stunden. Das Hamburger Vollschiff "Susanne" benötigte 1905 für diese Umsegelung des Kaps ganze 99 Tage. Es mußte gegen wütenden Weststurm ankämpfen, der es immer wieder zurückwarf. Die Gegend um Kap Hoorn gilt als der größte Schiffsfriedhof der Welt; man schätzt, dass dort mehr als 800 Schiffe zu Grunde gingen und mehr als 10.000 Menschen dort ihr Leben ließen. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Rolling home", "Santy Anno" und "The Rosabella".
  • Kielholen, das - Zur Zeit der Segelschifffahrt eine harte Strafe an Bord, bei der das beschuldigte Besatzungsmitglied an einer Leine von einer Bootsseite zur anderen unter dem Kiel hindurch gezogen wurde. Dabei bestand die Gefahr, sich an dem scharfkantigen Bewuchs des Schiffes lebensgefährlich zu verletzen oder sogar zu ertrinken.
  • Klabautermann - Sagengestalt (unsichtbarer Kobold) aus der Seemannswelt, die als guter Geist eines Schiffes gilt und den Schiffsführer vor Gefahren warnt. Der Name stammt von "Kalfatermann", einem heimlichen Helfer des Schiffszimmermannes, insbesondere bei Sturm und Havarie zur Leckdichtung (Kalfatern = Abdichten der Schiffsnähte mit Werg und Teer). Er treibt auch gern mal Schabernack mit der Mannschaft. Manchmal benutzt der Klabautermann auch den Kalfaterhammer zum mahnenden Schlagen gegen die Bordwand und poltert, wenn er von der Besatzung schlecht behandelt wird oder die Crew nicht ihre Pflicht tut. Der Begriff kommt vor in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story".
  • Klipper, der (engl. "clipper") - Der schnelle Typ eines Segelschiffes im 19. Jahrhundert, der ausschließlich auf hohe Geschwindigkeit ausgelegt war. Klipper erreichten Geschwindigkeiten von 14 - 20 Knoten und legten die Strecke von China nach England im sogenannten "Teerennen" ("Tea Race") in ca. 100 Tagen zurück. Klipper segelten zur Zeit des Goldrausches von der amerikanischen Ostküste rund um Kap Hoorn zur Westküste und umgekehrt. Sie verkehrten als "Teeklipper" im Chinahandel und als "Wollklipper" im Australienhandel. Sie fuhren in Konkurrenz mit der aufkommenden Dampfschifffahrt. Einer der berühmtesten Klipper war die "Cutty Sark", die jetzt im Museumsdock in Greenwick bei London liegt. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Blow ye winds" und "Santy Anno".
  • Knoten - Maß für die Geschwindigkeit (1 kn = 1852,01 m/h = 1 Seemeile/Stunde)
  • Koje, die (engl. berth, "bunk") - Bettartige Schlafstelle, Schlafkammer oder kleiner Lagerraum auf Schiffen aller Art. Die Schiffskojen werden häufig platzsparend als zwei- oder gar dreistöckige Etagenbetten in der Schiffskabine (Kajüte) übereinander angebracht.
  • Kombüse (engl. galley) - Schiffsküche. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Hamborger Veermaster".
  • Kööm - norddeutscher Schnaps. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Krähennest - Ausguck am vorderen Mast
  • Kuddl Daddeldu - Seemann; siehe auch unter "Daddeldu"

L

  • Labskaus - traditionelle Seemannsspeise, vornehmlich aus Büchsen- oder Pökelfleisch, Kartoffelbrei und viel Gemüse.
  • Lad, laddies - Bursche, Burschen, junger Kerl, "alter Junge". Der Begriff kommt vor in den Shantys "Sailing, sailing" und "Highland Laddies".
  • "Land in Sicht!" (engl. "Land-ho!") - Ruf und Meldung, wenn auf einer längeren Fahrt wieder eine Küste gesichtet wurde.
  • Landsharks - "Landhaie" (Schlafbaas und/oder "Heuerbaas"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Laufender Palstek, der (engl. "running bowline") - ein spezieller, bewegbarer Knoten
  • Laufendes Gut - Tauwerk der Takelage, das zum Auf- und Niederholen von Segeln und Ladebäumen, sowie anderen Arbeiten dient. Es läuft durch Blöcke und wird im Gegensatz zum "stehenden Gut", das mit Spannschrauben festgesetzt ist, bewegt. Siehe auch "Takelage".
  • Leagues - leage ist eine englische Maßeinheit für eine Länge bzw. Entfernung. Leage nautical = 556500 cm = 5,565 km; 1 International nautic mile = 1,852 km; das bedeutet, dass 1 Leage ca. 3 internationalen Seemeilen entspricht. Der Begriff kommt vor in dem Forebitter/Shanty "Spanish Ladies".
  • Lee (engl. lee-ward) - ist diejenige Seite eines Schiffes, die dem Wind abgewandt ist. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Sailing, sailing".
  • Limejuice (limejuice sailor); lemon - Limonen-, Limonellensaft. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Can't you dance the polka" und in dem Song "The village of New York".
  • Limejuicer, Limeys (Limetta-Trinker) - Spottname für britische Matrosen
  • Limejuice ships - Schiffe, auf denen Saft von Limonen getrunken wurde als Vorbeugung gegen Skorbut. Das erfolgte auf britischen Schiffen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Limey packets - Britische Paket-Schiffe. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • löschen - das Schiff entladen
  • Logis - Mannschaftswohnraum (Wohn- und Schlafraum). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Hamborger Veermaster".
  • Longboat - großes Beiboot eines Segelschiffs. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The drunken Sailor".
  • Long seaboots - Seemannsstiefel (Langschäfter). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Can't you dance the polka".
  • Loten (engl. to sound, to cast the lead) - Die Wassertiefe mit einem Lot messen.
  • Lotkörper, der (engl. lead) - ein schlankes, tropfenförmiges Gewicht, das mit einer Lotleine zum Loten der Wassertiefe auf den Meeresgrund hinabgelassen wird.
  • Lotleine, die (engl. lead line, sounding line) - eine mit bunten Leinenstückchen und Knotenschnüren markierte Leine des Handlots. "... until we "strike soundings" in the Channel of Old England...". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".
  • Lotung, die (engl. sounding) - Die bei einer Lotung auf dem Vorschiff gemessene Wassertiefe wird ausgesungen, damit sie der Rudergänger oder Navigator hören kann.
  • Lowlands - Tief- oder auch Flachland. Dieses ist der Titel des Shantys "Lowlands".
  • Luv (engl. windward) - ist diejenige Seite eines Schiffes, die dem Wind zugewandt ist.

M

  • Maat (engl. mate) - allgem. Gehilfe, Kamerad. Der Steuermann auf alten (englischen) Segelschiffen war der Erste Maat (first mate) oder des Schiffers Maat (master's mate). Der Bootsmannsmaat war der Gehilfe des Bootsmanns. Der Begriff kommt vor in den Shantys "The Ebenezer" und "So handy, my boys".
  • maggots - Maden (siehe unter "Beschüten"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Hey, Sailor".
  • Main(mast) - der Hauptmast; Großsegel. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Sailing, sailing", "Sloop John B" und in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Maintopsail - Groß-Bramsegel = das Bramsegel am Großmast
  • Main-truck - Main = Großmast; Truck = Flaggenknopf. Gemeint ist der höchste Punkt des Segelschiffes. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".
  • to man the capstan - den Arbeitsplatz am Ankerspill einnehmen/besetzen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • Matrose, der (engl. sailor, seaman, deck hand) - allgemeine (frühere) Berufsbezeichnung eines Seemanns zur Unterscheidung von einem Bootsmann, einem Schiffsoffizier und einem Kapitän.
  • Miramishi - Miramishi gehört zu dem kanadischen Landkreis Northumberland-County und ist die größte Stadt im nördlichen Teil der ost-kanadischen Provinz New-Brunswick. Sie liegt an der Mündung des Miramishi-River, der zur Miramishi-Bay hinführt, um dort in den St. Lawrence-Golf zu münden. Die Stadt bestand ursprünglich aus zwei rechts und links des Flusses unabhängigen Städten, dem schottischen Newcastle und dem britischen und irischen Chatham. Newcastle wurde im späten 18. Jahrhundert wegen der sehr waldreichen Gegend von schottischen Schiffbauern besiedelt und hatte ursprünglich den Namen Miramishi. In einer 1995 durchgeführten Gebietsreform wurden 5 unabhängige Städte und einige ländliche Gemeinden der Region zu der heutigen Megacity Miramishi zusammengefasst. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee" und in dem Shanty "Highland Laddie".
  • Missus = missis - seine "Alte", "bessere Hälfte". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Mobile Bay - Die Hafenstadt Mobile im US-Staat Alabama nahe der Mündung des Mobile-Flusses in die Mobile Bay (Bucht am Golf von Mexiko) ist eine der größten Umschlagplätze für Baumwolle der USA. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Lowlands".
  • Moses - Spottbezeichnung für den Schiffsjungen, der Benjamin, also der jüngste unter den Schiffsjungen oder auch der Schiffsjunge überhaupt

N

  • Nachtwache (engl. night watch) - allg. jede Wache während der Nacht, bei vierstündigem Wachwechsel die Zeit von 20:00 bis 24:00 Uhr.

O

  • Ölzeug - Wetterkleidung der Seeleute, früher einfaches Segeltuch, das, mit Öl getränkt, wasserabweisend war. Obwohl es längst aus gummiertem Material hergestellt wird, blieb sein Name erhalten.
  • offshore - vom Land entfernt, auf hoher See
  • de Ool, the old man - "der Alte", der Kapitän. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Magellhan", "The Ebenezer" und "The Rosabella".
  • sett den Anker op Slip - die Ankerkette ganz auslaufen lassen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "De Hoffnung".
  • ostwärts (engl. eastward). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • outward bound for - unterwegs nach; Abfahrt, ausreisen (siehe auch unter "bound for". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".

P

  • Paketschiff (engl. packet ship) - schneller Allwettersegler, der nach einem festen Fahrplan z.B. zwischen New York und London verkehrte und vornehmlich Post und Passagiere transportierte. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Palstek, der (engl. bowline, bowline hitch) - siehe auch "Laufender Palstek"
  • piccaninny - kleines Negerkind. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Roll the cotton down".
  • Pier - Anleger, Hafendamm, Landungsbrücke
  • Pidgin-Englisch - Mischsprachen, die in verschiedenen Teilen der Welt, besonders an der afrikanischen Küste und in China im Zuge des intensiven Kontakts zwischen Engländern und Einheimischen als Verständigungsmittel entstanden sind. Das Pidgin besteht aus meist englischen Wörtern, die nach den Regeln der jeweiligen Einheimischensprache, der das Pidgin auch im Satzbau gleicht, zu oft bildhaften Begriffen zusammengefügt wurden.
  • Plünnen, die; Plünnkram - seemännischer Ausdruck für Arbeitsbekleidung und hauptsächlich älteres Zeug, das im "Plünnenbüdel", dem See- oder Zeugsack, verstaut wird, und scherzhafte Bezeichnung für Segel. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Plug - Stecker, Stopfen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The drunken Sailor".
  • Poller, der (engl. bollard, bitt) - fest verankerter, starker, oft pilzförmiger Pfahl aus Holz oder Metall zum Festmachen von Leinen und Trossen. Poller befinden sich sowohl landseits auf der Pier, als auch an Bord des Schiffs. Siehe auch unter der Rubrik "Kleine Shantykunde" unter "Forebitter".
  • Pull, pullen (engl. pull) - der gemeinsame, kräftige Ruck der Matrosen an einem Tau. Das dabei gesungene Shanty bestimmt den Zeitpunkt des Pulls und sorgt dafür, daß die Körperkraft der Seeleute, gemeinsam eingesetzt, die höchstmögliche Wirkung erzielt. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Magelhan" und "Mingulay Boatsong".
  • Pump-Shantys - beim Auspumpen von Wasser aus dem Schiff, das bei schwerer See über Bord eingedrungen ist und bei Ausbruch und zum Löschen von Feuer.
  • Purren (engl. to rouse out; to purr; to call the watch) Die Wache wecken, müde Schläfer aus ihrer Koje treiben.
  • Pütz - Wassereimer
  •   

Q

  •  momentan kein Begriff vorhanden

R

  • Rah; Raa (engl. yard) - die Rahen, oft mannsdicke, lange Rundhölzer oder Stahlrohre sind gewissermaßen die "Arme" des Seglers, die er quer über Bord ausbreitet. Sie sind in der Mitte waagerecht an den Vorderkanten der Masten befestigt und sind um diese seitlich schwerkbar, sowie in der Höhe verstellbar. An ihnen werden die Vierkant-Rahsegel angeschlagen und geführt. Die Rahen eines Fock-, Groß- oder Kreuzmastes heißen in der Reihenfolge von unten nach oben Untermars-, Obermars-, Unterbram-, Oberbram- und Royalrah.
  • Rahsegler, der (engl. square rigged vessel) ein mehrmastiges Segelschiff, das Rahen und Rahsegel führt und dessen Masten daher "voll getakelt" genannt werden, im Gegensatz zu Schratsegeln, z.B. bei der mehrmastigen Schunertakelung.
  • Reederei - Schiffseigentümer (Reeder) oder ein Unternehmen (Reederei), das Schifffahrt betreibt.
  • reffen - die Segelflächen verkleinern.
  • für die letzte Reis - für die letzte Wache
  • "Reise - Reise!" (engl. "Rise and shine!") steigen, hochkommen, ablösen - Weckruf der Besatzung auf den Segelschiffen beim Purren der Wache (das geräuschvolle Wecken der Matrosen, die zur nächsten Wache bestimmt sind). Aufmunterung im Sinne: "Auf die Beine, Jungs!"
  • Rigg (engl. rig; rigging) - die Gesamtheit der Bemastung und Takelung eines Segelschiffs. Der Begriff kommt vor in dem "Gorch-Fock-Lied" und in dem Shanty "Rolling Home".
  • Runner - Händler, Vermittler, Pfandleiher, Zuhälter
  • Running bowline - spezieller Knoten, laufender Palstek. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The drunken Sailor". Siehe auch unter "stehendes Gut" und "Takelage".
  • Running gear (engl. auch running rigging) = "laufendes Gut" - das ist der Teil der Takelage, der bewegbar ist, alles Tauwerk, das zum Setzen, Bedienen und Bergen der Segel, sowie anderer Teile dient und über Blöcke, Scheiben, Rollen o.ä. läuft. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".

S

  • Sailor - Matrose, Seemann. Der Begriff kommt vor in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story".
  • Schlagpütz - Wassereiner mit Tampen (Seil) um Wasser aus dem Meer zuholen
  • Sailsm' - Segelmacher (Büdelneiher). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Schiffszwieback - Das grobe Brot der Seeleute auf ihren langen Segelschiffsreisen. Das Verfahren des zweifachen Backens sollte, wie beim heutigen süßen Zwieback, die Haltarkeit in einer Zeit gewährleisten, als Konservierungsmittel noch fast unbekannt waren. Je länger die Reise dauerte, umso unsicherer war jedoch diese Methode der Haltbarmachung. Eine "typische Handbewegung" der Seeleute während des Essens war deshalb ein ständiges Klopfen mit dem Schiffszwieback auf eine harte Unterlage, um die Maden zum Verlassen ihres nahrhaften Aufenthaltortes zu bewegen. Siehe auch unter "Beschüten". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "De Hamborger Veermaster".
  • Schoner (Schuner) - ein Segelschiff mit Schratsegeln (auch Gaffelsegel und Schonersegel) und zwei oder mehreren Masten.
  • schraapen - abkratzen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Scilly - Die Insel Scilly ist bekannt wegen ihrer Schlüsselfunktion als nautische Landmarke für die sich dem Englischen Kanal nähernden Schiffe. Die "Isles of Scilly", südwestlich von Land’s End in England gelegen, markiert die nördliche Marke bzw. den nördlichen Zugang in den von Westen zugänglichen Englischen Kanal. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".
  • screwing cotton - verdammte (Scheiß ... ) Baumwolle. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Lowlands".
  • Scupper - Speigatt (siehe dort). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The drunken Sailor".
  • sea-sick - seekrank. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Hey, Sailor" und in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Seekiste, die - der Kleiderschrank der Seeleute, in dem sie ihr Hab und Gut an Bord aufbewahren. Der Seesack kam auf, als in der Marine für die Matrosen Kleiderbeutel ausgegeben wurden, die platzsparender und stoßsicherer und besser zu transportieren waren.
  • Seemannsgarn - (Schauer-)Geschichten, die eher mit einem Augenzwinkern anzuhören sind. Der Begriff kommt vor in dem Song "Un denn segelt wi rund Kap Horn".
  • Seemeile, die (engl. sea mile; nautical mile) - Entfernungsmaß: die internationale Seemeile beträgt 1852 m. Aus dem Längenmaß ergibt sich als Geschwindigkeit Seemeile pro Stunde = sm/h oder Knoten. 1 sm/h = o,5145 m/s.
  • shanghaien - Jemanden gegen seien Willen, auch unter Anwendung von Gewalt, z.B. durch Erpressung oder durch Verabreichung von Rausch- und Betäubungsmitteln (meist Alkohol) als Seemann anheuern. In der Vergangenheit besonders auf Segelschiffen ("Seelenverkäufer") üblich, nachdem man die Auserwählten vorher betrunken gemacht hatte.
  • Shantys - betätige hierzu den Reiter "Kleine Shantykunde"
  • Sharks - Haie. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer".
  • Shellback - in der englischen Seefahrt erfahrener Seemann ("Seebär"). Shell = Muschel und back = Rücken, also Seemänner, die in ihrer Tätigkeit so alt und hart geworden sind, wie ein Muschelrücken. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • short-haul - kurzes ruckartiges Straffen des Taus
  • Short-Haul-Shanty (auch short-drag-shanty) - Diese Art Shantys wurden gesungen, wenn es galt, das Tau in kurzen, sich wiederholenden kräftigen Zügen über eine kurze Zeit zu straffen. Der Rhythmus wurde vorgegeben durch den schnellen Wechselgesang zwischen dem Vorsänger und der eingesetzten Arbeitsgruppe, z.B. beim Setzen oder Reffen der Top-Segel.
  • Skipper - Schiffer; Kapitän; der verantwortliche Boots- oder Schiffsführer an Bord. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Skorbut - Eine Vitaminmangelkrankheit, die auch einfach "Schiffskrankheit" genannt wurde und auf das Fehlen von Vitamin C in der einseitigen Nahrung der Seeleute zurückzuführen war. Auffälliges Symptom war ein blutiger Mund und der Verlust der Zähne. Skorbut schwächte die Seeleute so sehr, daß sie zu keinerlei körperlicher Arbeit mehr fähig waren. Der krankheitsbedingte Ausfall der Seeleute konnte somit auch das gesamte Schiff samt Besatzung in Gefahr bringen. Oftmals stellten sich durch diese offenen Wunden weitere Infektionskrankheiten ein, die den bereits geschwächten Körper befielen. Das wurde für die Seeleute zur Gefahr für ihr Leben. Die bekannteste Vorbeugemaßnahme an Bord der britischen Schiffe war seit dem Jahre 1760 die Verabreichung von Limonen oder Zitronensaft. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "The Ebenezer" (siehe auch unter "Limejuice").
  • Smut, Smutje - ist der Koch auf dem Schiff. Der Begriff kommt vor in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story". Koch-Lehrlinge nannte man scherzhaft "Labskaus"-Kadetten.
  • Snuten und Poten - Schnauze und Pfoten vom Schwein, ein typisches Hamburger Gericht. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Speigatt - eine Öffnung in der Bordwand, durch die Regenwasser oder übergekommenes Seewasser abfließen kann.
  • Spiere - Bezeichnung für alle Rundhölzer auf dem Schiff mit Ausnahme der Masten
  • Spill, das (engl, A. capstan; B. windlass) - drehbare, meist auf dem Vorschiff aufgebaute Vorrichtung zum Hieven der Ankerkette oder der Ankertrosse. Zur Zeit der Segelschifffahrt wurde das Spill mit Muskelkraft mit Hilfe von Spillspaken betrieben. Man unterscheidet zwei voneinander abweichende Bauweisen: A. mit vertikaler Welle, auch "Gangspill" genannt, B. mit horizontaler Welle, auch "Bratspill" genannt (siehe auch unter diesen Begriffen).
  • who spoil the grub - die den Fraß verderben. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Sprit - Schnaps (Rum). Der Begriff kommt vor in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story".
  • stehendes Gut (engl. standing rigging) - das ist der Teil der Takelage, der nicht bewegbar ist, z.B. das Drahttauwerk, massive Profilstangen. Sie werden nicht zum Bedienen der Segel benutzt und bleiben auch bei allen Manövern fest stehen (siehe auch unter "laufendes Gut", "running gear" und "Takelage").
  • Steuerbord, das (engl. starboard) - rechte Schiffsseite und -wand von achtern (hinten) nach vorn zum Bug gesehen, grüne Positionslaterne
  • Steuermann, der (engl. 1. mate) - Der Steuermann ist nach dem Kapitän der höchste Offizier (1. Offizier) an Bord. Er ist der wachhabende nautische Schiffsoffizier, der in seiner Wache die Verantwortung für das Schiff und seine Besatzung trägt und dem Rudergänger die Kommandos für Kurs und Manöver gibt. Er ist der ständige Vertreter des Kapitäns.
  • streichen - Segel oder Flagge einziehen
  • strike soundings - das Ausloten einer Wassertiefe (siehe unter "Lotleine"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".
  • Stüürmann - der Steuermann, Stellvertreter des Kapitäns und erster Navigator an Bord. Der Begriff kommt vor in der Seemannsballade "Tell, sailor, tell me a story".
  • Südwester - Kopfbedeckung des Seemanns bei Schlechtwetter (Schifferhut mit breiter Krempe von geöltem Leinen zum Abhalten des Schlagregens und des Spritzwassers).

T

  • Takelage, die (engl. rigging, tackling, rig) - Die gesamte Vorrichtung, die zum Ausnutzen der Windenergie an den Segeln notwendig ist. Dazu gehören die Masten und Spieren (Rundhölzer, Rahen usw.), das stehende und laufende Gut mit dem gesamten Tauwerk und Blockwerk, alle Taljen und sämtliche Beschläge.
  • Talje, die (engl. tackle) - eine Kombination von Tauwerk und Blöcken, um sich nach dem Prinzip eines Flaschenzugs mit relativ einfachen Hilfsmitteln die Arbeit zu erleichtern.
  • Tallship - Tiefwassersegler, Großsegler
  • Tampen (engl. rope's end, bitter end) - Tau, ein (kurzes) Stück Tauwerk, ein kurzes Ende. Das Endstück einer Leine oder Trosse. Jedes Ende besitzt also zwei Tampen.
  • tan his hide - jemandem das Fell gerben. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Dead horse".
  • Tau, das (engl. rope) - im allgem. Sprachgebrauch ein dickes Seil, in der Schifffahrt ab 1 Zoll Umfang und somit mehr als 8 mm Durchmesser. Heute nur noch Wortbestandteil im Sinne von Tauwerk oder gelegentlich im Sinne von Trosse. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • de Ti - das Fest. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Tide, die (engl. tide) - Eine Gezeit/Folge, die sich aus einer Flut und der nachfolgenden Ebbe zusammensetzt und von einem Niedrigwasser über das folgende Hochwasser bis zum nächsten Niedrigwasser reicht. Sie dauert bei Halbtagstiden im Mittel einen halben Mondtag von 12 Stunden 25 Minuten. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Sailing, sailing".
  • Timm'mann - Schiffszimmermann; siehe auch unter "Blau"
  • Topp - die Spitze des Mastes. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".
  • trip the anchor - auslösen, schalten; den Anker betätigen. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • Trosse (engl. rope; cable, wire) - Sammelbegriff für schweres Tauwerk von normalerweise über 25 mm Durchmesser, das als Festmacher, Schlepptrosse, Ankertrosse benutzt wird. Trossen können aus Fasertauwerk oder aus Drahttauwerk gefertigt werden. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".

U

  • Up aloft - in der Takelung. Der Begriff kommt vor in den Shantys "Rolling Home" und "So handy, my boys".
  • Ushant - Die Insel Ushant ist bekannt wegen ihrer Schlüsselfunktion als nautische Landmarke für die sich dem Englischen Kanal nähernden Schiffe. Ushant markiert den südlichen Zugang in den von Westen zugänglichen Englischen Kanal. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Spanish Ladies".

V

  • Veermaster - Viermaster. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Hamborger Veermaster".
  • Viermastbark, die (engl. four-masted bark) Segelschiff mit Rahsegeln am Fock-, Groß- und Kreuzmast und Schratsegeln (Gaffelsegel) am Besanmast.
  • Viermast-Vollschiff, das (engl. four-masted full-rigged ship, four-masted ship) - Ein Segelschiff, dessen Masten voll getakelt sind, d. h. durchweg Rahsegel führen.
  • Vullrigger - Vollschiff

W

  • Wache - siehe unter "watch"
  • "Wahrschau!" ("Look out!"; "Attention!"; "Keep clear off!") - Warnruf im Sinne von: "zur Warnung aufschrecken" z.B. in einer unsicheren oder nicht vorhersehbaren Gefahrensituation.
  • Walkaway-Shanty (auch Stamp-and-go-shanty) - Diese Art Shantys gehören zu der Gruppe der Halyard-Shantys. Sie wurden gesungen, wenn es galt, das Tau in besonders langen, sich wiederholenden Zügen zu ziehen, z.B. bei der Durchführung von Wendemanövern. Dabei hielten alle Mann das Tau mit ihren Händen fest und, statt am selben Platz immer neu durchzuholen, marschierten sie mit dem angespannten Tau über das Deck und stampften manchmal auch entsprechend dem vorgegebenen Rhythmus mit dem Fuß laut auf. Der Rhythmus war vorgegeben durch den mehrzeiligen Wechselgesang zwischen dem Vorsänger und der eingesetzten Arbeitsgruppe. Über die Geh-Phase hin wurden entsprechend der lang anhaltenden Arbeitsphase verhältnismäßig lange Chor-Partien gesungen, z.B. zum Heißen der höheren Rahen. Ein typischer Song bei diesen Arbeiten war das Shanty "The drunken sailor".
  • Want (Wanten) - das "stehende Gut" (siehe dort) an Bord eines Schiffes (anfangs Fasertau, später Drahtseil), das die Masten seitlich abspannt und ihnen Halt gibt. Die Wanten zu beiden Seiten des Mastes waren mit geflochtenen Tauen strickleiterartig verbunden, über sie enterten die Sailors zu den Rahen.
  • Watch - die Schiffswache. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Watches of the night - Nachtwachen (siehe auch unter "Hundewache" und unter "Glasen"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Rolling Home".
  • Whaler (engl. whale = Wal) - im Slang der Seeleute ein Walfängerschiff und gleichzeitig auch die Bezeichnung für den Seemann an Bord eines Walfängerschiffs.
  • Whaling Shantys - Die Arbeiten auf einem Walfänger forderten den Seeleuten am meisten ab. Sie erfolgten unter in jeder Hinsicht exstremsten Bedingungen: schwere Arbeit, extreme Wetterverhältnisse in arktischen Regionen, gefahrvoll für das Schiff und die Mannschaft, grauenvoller Gestank, lange Fahrten. Die Verhältnisse werden vorgetragen in den Shantys "Blow ye winds" und "Old Maui".
  • Whaling ship - Walfänger-Schiff. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "John Cherokee".
  •  a member of the wild goose nation ... - Wildgans; im übertragenen Sinne: eine von der flatterhaften Art. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Sally Brown".
  •  ... a winding glass around we'll pass ... - auf den Erfolg der Fahrt wird angestoßen und getrunken, die Buddel (das Glas) geht rum von Mann zu Mann. Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Blow ye winds".
  • Windjammer, der - Ein nach dem englischen Verb to jam = drücken, pressen (an den Wind pressen) mit Beginn der Dampfschifffahrt entstandener Spottname für einen Rahsegler oder einen Großsegler, der sich dem Winddruck beugen muß und von der Windkraft niedergedrückt wird, wenn er vorwärts kommen will. Heute eher anerkennend benutzt.
  • windlass - siehe unter "Ankerwinde"
  • Winsch - Winde

X, Y, Z

  • Yankee - Spitzname (allgem. von Nicht-Amerikanern gebraucht) für Neu-Engländer(in) und für Nordstaatler in den USA. Der Begriff kommt vor in den Shantys "The Leaving of Liverpool" und "Can't you dance the polka".
  • Yard - die "Rah". Der Begriff kommt vor in dem Shanty "So handy, my boys".
  • Zeug - das seemännische Wort für alle Segel (vormals Blöcke und Rundhölzer eingeschlossen) eines Segelschiffes; gleichzeitig auch für die Bekleidung des Sailors an Bord. (siehe auch unter "Plünnen; Plünnkram"). Der Begriff kommt vor in dem Shanty "Magelhan".
  • Zimmermann (auch "Timm'mann" und "Blau")